Schreibfeder

Homburg vor der Höhe

Friedrich Hölderlin wohnte von September 1798 bis Juni 1800 und von Juni 1804 bis September 1806 in Homburg. Isaac von Sinclair ermöglichte dem Freund in lebensgeschichtlich schwierigen Situationen ein Unterkommen und ein Auskommen.

Nach der Trennung von Susette Gontard im September 1796 arbeitete er intensiv an Gedichten und Plänen für seine Zukunft, regelmäßig ging er alle vier Wochen zu Fuß nach Frankfurt, in der Hoffnung Susette zu sehen. Im Mai 1800 war der endgültige Abschied, Hölderlin begab sich nach Stuttgart zu dem dort lebenden Freund Christian Landauer und seiner Familie.

Ab Juni 1804, nach der Rückkehr aus Bordeaux und einem schwierigen Aufenthalt in Nürtingen, lebte Hölderlin erneut in Homburg, Sinclair hatte ihm eine -von Sinclair selbst bezahlte- Stelle als Hofbibliothekar verschafft. Politische Wirren um die Neuordnung Europas, eine Verleumdungsklage gegen Sinclair wegen Hochverrats und die zunehmende Labilität Hölderlins verkomplizierten die Situation.

Am 11. September 1806 wurde Hölderlin gegen seinen Willen nach Tübingen in die Autenriethsche Klinik gebracht.

Sehenswert ist das Bad Homburger Hölderlin-Zentrum in der Villa Wertheimber im Gustavsgarten. Hier finden Literaturbegeisterte zahlreiche Exponate der umfangreichen Sammlung des Hölderlinforschers D.E. Sattler. Highlights der Ausstellungen: von Friedrich Hölderlin selbst verfasste Handschriften aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Das Hölderlin-Zentrum Villa Wertheimber

Das Homburger Folioheft

bezeichnet eine Sammlung von 22 ineinandergelegten Foliobögen mit Gedichten und Entwürfen, die Hölderlin nach 1800 wohl als Gesamtwerk geplant hatte. Sein Neffe Fritz Breunlin überantwortete diesen Nachlass dem Homburger Stadtbibliothekar Hamel, daher der Name. Diese Textsammlung gehört heute zum Wertvollsten, was von Hölderlin erhalten ist.

Homburger Folioheft, Auszug Blatt 38, Heimath.
Homburger Folioheft, Auszug Blatt 38, Heimath.
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