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Hölderlin-Orte

Hölderlin-Orte | 25.02.2025

Tagung zu Casimir Ulrich Boehlendorff im lettischen Riga

Internationale Konferenz über Casimir Ulrich Boehlendorff (1775-1825)in der Lettischen Nationalbibliothek in Riga vom 14.-17. Mai 2025

Der kurländische Dichter Casimir Ulrich Boehlendorff, der als Student in Jena die »Gesellschaft freier Männer« im Gefolge Johann Gottlieb Fichtes mitbegründet hatte, war ein Herzensfreund von Friedrich Hölderlin. »Ich brauche Deine reinen Töne« und »Wir haben ein Schicksal«, schrieb der Verfasser des Hyperion an Boehlendorff, der mit ihm den noch heiteren Frühling des Jahres 1799 in Homburg vor der Höhe verlebt hatte, dann aber notgedrungen weiterziehen mußte. Nach einem Intermezzo in Berlin kehrte Boehlendorff ins heimatliche Baltikum zurück, das er zwei Jahrzehnte lang ruhe- und mittellos durchstrich. Da diesem vagierenden Dichter auf Erden so wenig zu helfen war wie seinem Landsmann Lenz eine Generation zuvor, setzte eine Pistolenkugel seiner »Straßenlektür« ein Ende.
»Was weiß man von Boehlendorff?«, lautet die Frage, mit der Johannes Bobrowski 1965 seine Erzählung über diesen randständigen Literaten eröffnete, der längst aus dem Blickfeld der Germanistik entschwunden war. Gerhard und Christa Wolf versuchten in der Folge vergeblich, Boehlendorffs Werke zusammentragen, was erst Frieder Schellhase gelang, der nach langjährigen Forschungen im Jahr 2000 die von den Zeitläuften weit verstreuten Gedichte, Dramen und Briefe in drei Foliobänden veröffentlichte. Seitdem kann man der Aufforderung von Robert Habeck nachkommen, der bereits 1997 postuliert hatte, dass der »von der Wissenschaft unter Boehlendorffs Schaffen gezogene Schlußstrich wieder zu tilgen« sei.
Das diesjährige Doppel-Jubiläum von 250. Geburtstag und 200. Todestag Boehlendorffs nimmt Pauls Daija seitens der Lettischen Nationalbibliothek in Riga zum Anlass für eine internationale Konferenz nebst flankierender Kabinettausstellung, die vom 14. bis 17. Mai 2025 in Kooperation mit den Universitäten von Riga, Tartu und Potsdam ausgerichtet werden wird.
Weitere Informationen erteilt: Dr. Pauls Daija, Lettische Nationalbibliothek, Mukusalas iela 3, LV-1423 Riga, E-Post: pauls.daija[Klammeraffe]lnb.lv

Kontakt: pauls.daija@lnb.lv

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